Behaglichkeitsmessungen
Einzigartig bei der Parametrisierung unseres KLASSENBESTER-Systems ist die Einhaltung der zugfreien, angenehmen Frischluftzufuhr. Auf Basis von Strömungssimulationen wird das System individuell Parametrisiert. Um die Genauigkeit der Simulationsergebnisse und Berechnngen zu prüfen, werden interne, als auch unabhängige Komfortmessungen durchgeführt, sowie Trenddatenaufzeichnungen analysiert.
Unabhängige Datenauswertung
Projektstudie BG/BRG Keimgasse Mödling
Studiendesign und Ergebnisse
Als Untersuchungsobjekt diente das BG/BRG Keimgasse in Mödling, welches im Zuge einer Generalsanierung mit einem automatisierten Fensterlüftungssystem ausgestattet wurde. Für die Studie wurden zwei Klassenzimmer im 1. und 2. Obergeschoss (je ca. 60 m²) ausgewählt und die CO₂-Konzentration über mehrere Schultage im Mai 2024 erfasst. Jedes Klassenzimmer wurde dabei in zwei Phasen gemessen:
- Phase 1: automatisierte Fensterlüftung inaktiv – manuelle Fensterlüftung durch Schüler:innen und Lehrer:innen
- Phase 2: automatisierte Fensterlüftung aktiv – vollautomatischer Betrieb der motorgesteuerten Fenster
Dieser Vorher-Nachher-Vergleich unter realen Unterrichtsbedingungen ermöglicht eine direkte, praxisnahe Beurteilung der Systemwirksamkeit.
Die Messergebnisse sind eindeutig:
Bei inaktivem System wurden Spitzenwerte von bis zu 2.070 ppm gemessen – weit über dem Grenzwert der ÖNORM H6039 (2023). Mit aktivem System hingegen wurden CO₂-Spitzen rasch abgebaut.
Fazit
Die automatisierte Fensterlüftung erfüllt die definierten CO₂-Grenzwerte nachweislich und stellt eine wirksame, kostengünstige Alternative zu mechanischen Lüftungsanlagen dar – insbesondere für die Sanierung von Bestandsgebäuden. Die Studie unterstreicht damit den wissenschaftlichen Nachweis, dass intelligente, automatisierte Fensterlüftung einen wesentlichen Beitrag zu gesunden Lernumgebungen leisten kann.
Unabhängige Messungen
Komfortmessung in der HLW Türnitz
Messaufbau und Ergebnisse
Die Messungen fanden am 31. Jänner 2018 (08:00–12:30 Uhr) bei ca. 5 °C Außentemperatur im Neubau der HLW Türnitz statt. Erfasst wurden Draft Rate (Zugluftrisiko), Raumlufttemperatur und CO₂-Konzentration. Die Draft Rate wurde an 6 Messpositionen (fassadennah und entlang der Mittelachse) in drei Körperhöhen – Füße (20 cm), Arbeitsebene (80 cm) und Kopf (140 cm) – gemessen. Ergänzend wurde das Verhalten der Nutzer:innen systematisch beobachtet und protokolliert.
Die automatische Klappenlüftung zeigte in allen Messphasen hervorragende Ergebnisse:
Lüftungssituation | Draft Rate (max.) | CO₂-Niveau | Komfortkategorie |
Automatische Spaltlüftung | ≤ 7 % | ~700–1.600 ppm | A |
Automatik und 1–3 Fenster manuell offen | ≤ 15% | ~600 ppm | B |
Keine Lüftung (Wartezeit Automatik) | ≤ 9% | bis 1.850 ppm | A |
Bei ausschließlich automatischer Spaltlüftung lagen alle Draft-Rate-Werte unter 10% – dies entspricht der besten Komfortkategorie A nach ÖNORM EN ISO 7730 (2006) und es wurde von den Anwesenden zu keinem Zeitpunkt eine störende Zugluft empfunden. Die CO₂-Konzentration wurde mit einer Abnahmerate von ca. 750 ppm/Stunde effektiv abgebaut.
Sobald zusätzlich Fenster manuell geöffnet wurden, stieg die Draft Rate auf bis zu 15% (Kategorie B) – die Zugluftproblematik war dabei stets auf die offenen Fenster zurückzuführen, nicht auf die automatischen Klappen. Das manuelle Lüften führte zudem zu sichtbaren Nutzungskonflikten: Schüler:innen schlossen eigenmächtig Fenster, da ihnen die Zugluft zu kalt war, während die Lehrerin auf Grund der hohen Raumtemperatur auf Lüftung bestand. Die automatisierte Lösung hingegen lief konfliktfrei im Hintergrund.
Fazit
Die Messstudie belegt: Eine richtig geplante automatisierte Fensterspaltlüftung gewährleistet beste Raumluftqualität ohne Zugluftkomfortverlust – auch im Winter. Das Projekt an der HLW Türnitz zeigt, wie intelligente Lüftungskonzepte Schulen zu gesünderen Lernumgebungen machen.
Behaglischkeitsmessung bei der Inbetriebnahme
Komfortmessung in der Grundschule Königsbrunn Süd
Die Messung von CO2–Konzentration, Temperatur und Luftgeschwindigkeit in Fensternähe wurde im Raum 2/14 (2. OG) durchgeführt. Die Außentemperatur lag im Messzeitraum zwischen 15 °C und 23 °C, bei Windgeschwindigkeiten bis ca. 13 km/h. Als CO2– und Wärmequelle dienten 72 Teelichter, welche die Anwesenheit von 24 Schülern simulierten. Während der gesamten Messung von 08:45 bis 11:40 Uhr befand sich eine zusätzliche Person im Raum.
Ergebnisse
- 3 automatisierte Fenster waren während der gesamten Messperiode im Automatik-Modus 20° bis 30° geöffnet.
- CO2 und Temperatur stiegen während der Unterrichtseinheiten an (max. 925 ppm).
- In der Pause (Tür und manuelle Fenster teilweise geöffnet, automatisierte Fenster max. geöffnet) sank der CO2–Wert deutlich.
- Die maximale Raumtemperatur lag – bedingt durch Wärmeeintrag der „Raumnurzer“ (simuliert durch Kerzen) und zusätzliche Sonneneinstrahlung – bei 25,6 °C.
Die Messungen der Behaglichkeit zeigen, dass durch die geöffneten automatisierten Fenster der CO2-Gehalt bei einer voll besetzten Klasse geringgehalten werden kann. Der Mittelwert der CO2-Konzentration lag über den Messzeitrum betrachtet bei 692 ppm und somit unter dem Grenzwert der ÖNORM H6039 von 1.000 ppm. Während der Unterrichtszeiten wurde die Zugluft in Fensternähe unter 0,2 m/s eingehalten, wodurch es zu keinen unbehaglichen Zugerscheinungen kommt.
Wir planen Ihr Konzept für natürliche Lüftung gemeinsam
Natürliche Lüftung ist prinzipiell für jedes Gebäude möglich. Jedes Konzept wird dabei von uns individuell erarbeitet und genau an die baulichen Bedingungen angepasst. Alle Komponenten werden sorgfältig aufeinander und mit allen Beteiligten (Bauherren, Architekten etc.) abgestimmt. So stellen wir sicher, dass die Behaglichkeit am Ende in jedem einzelnen Raum stimmt.
Sie möchten frischen Wind in Ihre Räume bringen? Wir sorgen dafür und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!